Sardinien – das ist das Versprechen von türkisfarbenem Wasser, schroffen Granitfelsen, einsamen Bergstraßen und dem puren Gefühl von Freiheit. Wer einen Sardinien Roadtrip mit dem Camper plant, sucht meist mehr als nur Strandurlaub. Es geht um das Abenteuer, die besten Stellplätze auf Sardinien zu finden, lokale Köstlichkeiten in abgelegenen Bergdörfern zu probieren und die Vielfalt der zweitgrößten Mittelmeerinsel in eigenem Tempo zu entdecken.

In diesem umfassenden Reisebericht nehmen wir dich mit auf unsere Reise – von der Überfahrt aus Livorno über die wilden Pässe des Monte Albo bis hin zu den versteckten Highlights der Westküste. Wir haben für dich alle wichtigen Informationen zu Sehenswürdigkeiten auf Sardinien, den schönsten Routen und praktischen Tipps für Vanlife-Abenteurer zusammengetragen.

Sardinien mit dem Camper. Atemberaubender Aussichtspunkt an der Küste – Entdeckungstour beim Sardinien Roadtrip abseits der Touristenpfade.

Die Planung Sardinien mit dem Camper: Anreise, Fähre und die erste Verpflegung

Ein Roadtrip nach Sardinien beginnt für die meisten Reisenden im Norden Italiens. Unser Abenteuer startete im Hafen von Livorno.

Die Überfahrt: Tipps für die Sardinien Fähre

Die Überfahrt nach Sardinien dauert in der Regel etwa neun Stunden. Ein entscheidender Faktor für ein entspanntes Erlebnis ist die Wahl einer Kabine. Daraus haben wir gelernt, wir haben auf unserem Adria Magistrale Roadtrip die Griechenland Fähre damals keine Kabine Gebucht.

Was kostet die Fähre von Livorno nach Sardinien (Olbia) mit dem Camper?

Die Preise für die Fähre variieren stark nach Saison und Fahrzeuggröße. In der Neben- und Zwischensaison beginnen die Preise für 2 Personen mit Camper oft bei 60 € bis 120 €. In der Hochsaison können die Kosten deutlich steigen und liegen teilweise zwischen 200 € und über 500 €. Einzelfahrer ohne Fahrzeug zahlen meist zwischen 16 € und 30 €.

  • Spar-Tipp: Es lohnt sich akribisch nach Sonderangeboten zu suchen! Wir haben für die Hin- und Rückfahrt inklusive einer Kabine mit Fenster und Dusche insgesamt nur 198 € gezahlt. Eine Kabine wertet die Reise massiv auf, da man erholt auf der Insel ankommt.
  • Pro-Tipp für Camper: Deckt euch unbedingt vor der Auffahrt auf die Sardinien Fähre mit Vorräten ein. Die Preise an Bord sind oft gesalzen, und auch nach der Ankunft in Olbia oder Golfo Aranci ist man froh, wenn man direkt zum ersten Stellplatz durchfahren kann, ohne sofort einen Supermarkt suchen zu müssen.
  • Hier gibt’s unseren Start der Reise in bewegten Bildern auf Youtube.

Teil 1: Die wilde Ostküste & das mystische Inselinnere

Unsere Route führte uns zuerst in den Osten und das bergige Herz der Insel. Hier zeigt sich Sardinien von seiner rauen, authentischen Seite.

Der ultimative Navigator: Das Trackbook Sardinien

Wer Sardinien mit dem Camper abseits der ausgetretenen Touristenpfade entdecken möchte, stößt mit Google Maps schnell an Grenzen. Unser wichtigster Begleiter auf vier Rädern war das „Trackbook Sardinien“. Dieses Roadbook ist unter Campern fast schon eine Legende und bietet 55 detailliert beschriebene Abenteuerrouten quer über die Insel.

Warum sich das Buch für deinen Roadtrip lohnt: Das Besondere am Trackbook ist die Einteilung in Schwierigkeitsgrade, was für Camper und Vans essenziell ist:

  • Grün: Entspannte Panoramastrecken, ideal für jedes Wohnmobil.
  • Blau: Abenteuerlichere Routen, oft auf Schotterwegen. Mit einem Kastenwagen oder VW Bus meist problemlos machbar.
  • Rot & Schwarz: Nur für echte Offroad-Profis mit 4×4-Antrieb und hoher Bodenfreiheit.

Unsere Erfahrung: Dank der präzisen Beschreibungen und Schwierigkeitsbewertungen konnten wir genau abschätzen, welche Küstenwege oder Bergpässe wir unserem Camper zutrauen konnten. Viele unserer „geheimen“ Stellplätze und die spektakulärsten Aussichten am Monte Albo hätten wir ohne diese „Offroad-Bibel“ niemals gefunden. Für uns ein absolutes Must-have bei deiner Reise in Sardinien mit dem Camper!

1. Monte Albo: Panoramastraße SP 3 und der „Ultimative Stellplatz“

Die Fahrt über die SP 3 am Monte Albo ist ein absolutes Muss für jeden Roadtrip. Die Strecke windet sich über die Passhöhe und bietet Ausblicke, die man so schnell nicht vergisst.

  • Die Erfahrung: Eine wunderschöne Strecke, die besonders durch die sensationelle Aussicht besticht. Die Straße ist gut ausgebaut, aber kurvenreich – eben typisch Sardinien.
  • Highlight: An der Passhöhe befindet sich ein kleines Restaurant/Bar. Direkt daneben zweigt ein unscheinbarer Weg zu einem Aussichtspunkt ab.
  • Stellplätze Sardinien-Tipp: Dieser kleine Abzweig führt zu einem Platz, den wir als „ultimativen Stellplatz“ für eine Nacht bezeichnen würden. Abseits der Straße gelegen, konnten wir hier den Tag bei einer fantastischen Aussicht ausklingen lassen.

2. Bari Sardo: Entspannung am Camping Ultima Spiaggia

Nach den Bergen suchten wir die Nähe zum Meer in Bari Sardo.

  • Camping-Tipp: Der 4-Sterne-Platz Camping Ultima Spiaggia ist absolut empfehlenswert. Wir verbrachten hier drei Tage.
  • Kuriosität: Achtung im Poolbereich! Hier herrscht strikte Badekappenpflicht, was in italienischen Top-Anlagen öfter vorkommt, uns aber dennoch schmunzeln ließ.
Zugang zum Strand vom 4-Sterne-Campingplatz Ultima Spiaggia in Bari Sardo – ein Top-Tipp für Stellplätze auf Sardinien während deines Roadtrips.
Strand vom Camping Ultima Spiaggia

3. Arbatax: Die legendären Rocce Rosse

Ein Stopp in Arbatax gehört in jedes Logbuch, vor allem wegen der Rocce Rosse.

  • Das Naturschauspiel: Diese roten Felsen aus vulkanischem Porphyr ragen direkt am Meer auf und leuchten besonders im Abendlicht intensiv.
  • Ehrliches Fazit: Während die Felsen ein absolutes Muss sind, fanden wir den Ort Arbatax selbst eher weniger spektakulär. Ein kurzer Stopp für Fotos reicht hier vollkommen aus.

4. Baunei: Bergdorf-Idylle und das beste Eis

Das Bergdorf Baunei klebt förmlich am Hang und ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen (z.B. zur Cala Goloritzé).

  • Kulinarisches Highlight: Besucht unbedingt die „Timasù è gelato“ (Liegt direkt an der Hauptstrasse). Wir bekamen viele Tipps, hier gibt es das laut vielen Reisenden beste Ziegenmilcheis der Insel und das können wir bestätigen. Besonders die Sorte Pistazie ist eine Offenbarung – man schmeckt die feine Ziegenmilchnote dezent heraus. Auch wenn du keine Ziegenmilch magst ist das Eis hier ein Muss, keine Ausrede!
  • Aktivitäten: Das Dorf ist ein Mekka für Mountainbiker und Wanderer.

5. Gairo Vecchio: Die Geisterstadt (Lost Place)

Ein Ort, der Gänsehaut garantiert, ist Gairo Vecchio. Das Dorf wurde 1951 nach schweren Unwettern verlassen.

  • Die Erfahrung: Es ist faszinierend und gruselig zugleich, durch die leeren Ruinen zu wandern. Es gibt dort keinerlei Infrastruktur – nur Steine, Geschichte und leider auch einige Moskitos.

Moskitos auf Sardinien: Unser natürlicher Schutz-Hack

Auf Sardinien können Moskitos – wie in der Geisterstadt Gairo Vecchio – schnell zur Plage werden. Wir setzen für einen entspannten Abend auf ätherische Öle. Da die intensiven Düfte die Geruchssinne der Insekten stören, sind sie eine geniale natürliche Alternative zur Chemiekeule.

💧 So nutzen wir die Öle auf unserem Trip:

  • Die Favoriten: Wir nutzen vor allem Citronella, Zitroneneukalyptus, Lavendel und Nelkenöl, da diese am stärksten abwehrend wirken. Auch Teebaumöl, Rosmarin und Pfefferminze funktionieren super.
  • Unser DIY-Spray: Wir mischen ca. 15 Tropfen Öl mit 100 ml Wasser (und etwas Alkohol zum Emulgieren) in einer Sprühflasche. Das sprühen wir regelmäßig auf Haut und Kleidung.
  • Im Camper: Ein paar Tropfen im Diffuser oder als Körperöl (gemischt mit Mandelöl) halten den Van mückenfrei.
  • Wusstest du, dass wir unseren Lebensstil durch ätherische Öle finanzieren und dass wir uns zu Experten auf diesem Gebiet geworden sind? Mehr zu Essential Balance und Lifestyle Business
  • Natur-Snack: Wer im Oktober dort ist, findet in den verwilderten Gärten reife Granatäpfel, Kakis und Feigen.

6. Ulassai: Abstieg in die Grotta Su Marmuri

Tief im Fels versteckt liegt eine der beeindruckendsten Höhlen Sardiniens.

Wichtige Tipps: In der Höhle herrschen konstante 10 Grad, also unbedingt eine Jacke mitnehmen! Wegen der Rutschgefahr ist festes Schuhwerk absolute Pflicht. Der Weg ist durch die vielen Stufen etwas anstrengend, aber die Formationen im Inneren entschädigen für alles.

Info: Die Grotta Su Marmuri führt etwa einen Kilometer tief in den Berg. Der Eintritt kostet ca. 12 € (nur mit Führung möglich).

Teil 2: Der tiefe Süden, Cagliari und das Abenteuer Westküste

Nachdem wir die rauen Bergwelten des Ostens hinter uns gelassen haben, führt uns die Route durch Sardinien mit dem Camper nun in den geschichtsträchtigen Süden und an die berühmte Costa Verde.

7. Die Rio Cannas Schlucht: Spektakel in Rosa (SS 125)

Bevor man den Süden erreicht, durchquert man eines der landschaftlichen Juwelen der Insel.

  • Die Route: Wir empfehlen ausdrücklich, die alten Abschnitte der SS 125 (Orientale Sarda) zu befahren. Während die neuen Schnellstraßen effizient sind, bieten sie kaum optische Reize. Die alte Straße hingegen führt dich direkt durch die atemberaubende Rio Cannas Schlucht.
  • Das Highlight: Die Wände der Schlucht bestehen aus rosa Granit, was bei tiefstehender Sonne für ein fast surreales Leuchten sorgt. Die Fahrt durch diesen Canyon bot uns Impressionen, die zu den absoluten Höhepunkten der Reise zählen.

8. Cagliari: Die pulsierende Hauptstadt

Cagliari hat uns überrascht. Die Stadt wirkt authentisch und ist trotz ihrer Schönheit nicht so touristisch überlaufen wie andere Metropolen im Mittelmeerraum.

  • Kulinarik-Tipp: Ein Muss ist der Mercato San Benedetto. Es ist die größte Markthalle Italiens. Wir haben uns hier mit lokalen Spezialitäten eingedeckt: saftige Mini-Pizzen, herzhafte Teigwaren mit Fleischfüllung und ein köstlicher Orangenkuchen zum Nachtisch.
  • Wichtiger Hinweis: Der Markt ist sonntags geschlossen!
  • Kultur: Das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ist beeindruckend, war jedoch bei unserem Besuch wegen Sanierung leider nur von außen zu besichtigen.
  • Stellplatz-Tipp: In einer Großstadt wie Cagliari steht Sicherheit an erster Stelle. Wir haben auf dem bewachten Camper Park Cagliari übernachtet.
    • Kosten: Auf der offiziellen Webseite findest du alles was du wissen willst und bist immer auf dem neusten Stand (Buchen möglich)
    • Atmosphäre: Scherzhaft haben wir es als „Camper-Gefängnis“ bezeichnet, da Campingverhalten (Stühle rausstellen etc.) untersagt ist. Aber für einen entspannten Stadtbesuch ist es die sicherste und beste Wahl.

9. Tratalias Vecchia: Ein Dorf mit zwei Gesichtern

Westlich von Cagliari liegt ein Ort mit einer bewegten Geschichte.

  • Hintergrund: In den 70er Jahren wurde das ursprüngliche Dorf wegen eines Stausees und drohender Feuchtigkeit umgesiedelt. Das „alte“ Dorf blieb als Geisterstadt zurück.
  • Heute: Tratalias Vecchia wurde teilweise liebevoll restauriert. Besonders die alte Kirche im Zentrum ist sehenswert. Heute nutzen Kunsthandwerker die Gebäude, und für Feste erwacht der Ort zu neuem Leben. (Wunderschön)

10. Portixeddu: Surfer-Vibe und Küstenmagie

Die Fahrt nach Norden entlang der Westküste führt über die SP 83.

  • Die Strecke: Diese Küstenstraße bietet eine geniale Mischung aus tiefgrünem Hinterland, alten Bergbauruinen und weiten Blicken über das Meer.
  • Der Ort: Portixeddu ist ein charmanter Küstenort, der besonders bei Surfern beliebt ist. Die entspannte Atmosphäre hier ist ansteckend.

11. Piscinas: Die größte Düne Europas

Wenn du das echte Abenteuer suchst, ist Piscinas das Ziel deiner Wahl.

  • Die Anfahrt: Nichts für schwache Nerven! Die Strecke ist extrem anspruchsvoll, besteht teils aus Schotterwegen und beinhaltet sogar eine kleine Flussüberquerung. Für sehr große Wohnmobile ist diese Route weniger geeignet; Kastenwagen und Vans meistern sie jedoch mit etwas Mut.
  • Das Erlebnis: Die Düne von Piscinas ist bis zu 100 Meter hoch und ein UNESCO-geschütztes Naturwunder. Inmitten des Minenareals zwischen Guspini und Buggeru gelegen, fühlt man sich wie in der Sahara.
  • Info: Der Parkplatz an der Düne ist tagsüber (ca. 8–20 Uhr) kostenpflichtig. Achte darauf, die Zäune der baufälligen Minengebäude in der Umgebung nicht zu überklettern – Einsturzgefahr!

12. Oristano: Erledigungen und Lebkuchen-Feeling

Oristano ist der perfekte Ort, um die Vorräte aufzustocken und sich um die Technik zu kümmern.

  • Spezialität: Probiere in Oristano unbedingt die Mostaccioli. Das sind trockene, harte Kekse mit Zuckerguss, die geschmacklich stark an Lebkuchen erinnern. Dazu passt perfekt ein Glas des süßlichen Vernaccia-Weins, den wir uns dort als Aperitif gegönnt haben.

13. Camping Nurapolis: Hippie-Feeling im Pinienwald

Weiter nördlich an der Westküste fanden wir einen Platz mit ganz eigenem Charakter.

  • Vibe: Der Camping Nurapolis ist ein sehr lässiger „Hippie-Campingplatz“. Er liegt in einem dichten, schattigen Pinienwald direkt am Meer.
  • Erfahrung: Im Oktober kostete die Nacht 20 €. Ein kleiner Nachteil des dichten Waldes: Da die Sonne kaum durch die Bäume dringt, blieb es selbst tagsüber mit ca. 15 Grad recht kühl. Ein dicker Pulli ist hier Pflicht!
Atemberaubender Aussichtspunkt – Entdeckungstour beim Sardinien Roadtrip abseits der Touristenpfade.

Teil 3: Der malerische Norden, Felsenmeere und Experten-Tipps

Die Reise führt uns nun in den Norden der Insel, wo sich die Landschaft erneut wandelt: von bunten Fassaden über silberne Strände bis hin zu einer „Mondlandschaft“ aus Granit.

14. Bosa: Die bunteste Stadt Italiens

Bosa gilt zu Recht als eines der schönsten Dörfer des Landes. Wenn man über die Brücke auf die Stadt zufährt, bieten die pastellfarbenen Häuser, die sich den Hang hinaufschieben, ein unvergleichliches Fotomotiv.

  • Erfahrung: Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt ist Pflicht.
  • Sehenswürdigkeit: Über der Stadt thront das Castello Malaspina. Die Festung bietet eine grandiose Aussicht über das Temo-Tal (Eintritt ca. 4 €), war jedoch während unserer Reise wegen Renovierung geschlossen.
  • Kulinarik: Bosa ist der perfekte Ort, um den ersten Mirto der Reise zu probieren. Dieser traditionelle Myrtenlikör ist der klassische Digestif Sardiniens – angenehm im Abgang und fast wie ein „italienischer Jägermeister“.

15. Alghero: Das „kleine Barcelona“

Weiter nördlich über die wunderschöne Küstenstraße SP 105 erreicht man Alghero. Das katalanische Erbe ist hier an jeder Ecke spürbar – von den Straßennamen bis hin zur Architektur.

  • Tipp für Camper: Suchen Sie nach den weißen Parkmarkierungen am Stadtrand, dort ist das Parken kostenlos. Blau ist gebührenpflichtig, Gelb tabu (Anwohner).
  • Atmosphäre: Besonders abends, wenn die Stadtmauern beleuchtet sind, entfaltet Alghero einen magischen Charme. In den Gassen wird viel handgefertigter Korallenschmuck angeboten.
  • Kulinarisches Highlight: Endlich haben wir hier Seadas probiert! Das sind frittierte Teigtaschen, gefüllt mit cremigem Käse und großzügig mit Honig übergossen. Eine Kalorienbombe, die jede Sünde wert ist.
Patrick und Tascha in Alghero: Das „kleine Barcelona“

16. Capo Caccia & Neptungrotte

Unweit von Alghero ragt die markante Landzunge des Capo Caccia ins Meer.

  • Die Grotte: Die berühmte Grotta di Nettuno ist über die „Eschenreppe“ (654 Stufen) erreichbar.
  • Ehrliches Fazit: Die Aussicht von den Klippen ist spektakulär und kostenlos. Auf die Grotte selbst haben wir verzichtet, da der Eintritt mit 15 € pro Person recht hoch ist und man oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Wer nur für Fotos die Treppe nutzen will, muss meist dennoch den vollen Preis zahlen.

17. Argentiera: Silberglanz am Strand

Dieser Ort ist ein Paradies für Lost-Place-Fans. Argentiera ist eine ehemalige Silbermine direkt an der Küste.

  • Besonderheit: Die verlassenen Industrieanlagen wirken mystisch. Ein Blick auf den Boden lohnt sich: Die Steine am Strand schimmern durch die verbliebenen Mineralien immer noch silbrig.

18. Castelsardo & der Elefantenfelsen

Castelsardo thront wie eine Festung auf einem Felsvorsprung über dem Meer.

  • Sehenswürdigkeit: Der Ort ist berühmt für seine Korbflechterei. Ein Besuch der Burg (Eintritt 5 €) inklusive des Korbflechterei-Museums ist sehr lohnenswert.
  • Stellplatz-Tipp: Wir standen am Punto Maraniani. Für 15 € bekommt man hier die „geilste Aussicht“ der Reise direkt aufs Meer. Die Ausstattung ist mit Dixi-Klo und Solarduschen zwar spartanisch, aber die Lage macht alles wett.
  • Fotostopp: Kurz vor Castelsardo liegt der Roccia dell’Elefante. Ein durch Wind und Wetter geformter Fels, der täuschend echt wie ein Elefant aussieht. Ein schneller, aber lustiger Stopp direkt an der Straße.

19. Capo Testa: Das Valle della Luna

Ganz im Norden erwartet dich ein echtes Felsenmeer. Das Capo Testa ist bekannt für seine bizarren Granitformationen.

  • Erfahrung: Man kann hier stundenlang zwischen den riesigen Felsen umherkraxeln. Bei guter Sicht reicht der Blick bis nach Bonifacio auf Korsika.
  • Wichtig: Trage unbedingt festes Schuhwerk! Die Felsen können tückisch sein.

20. Golfo Aranci: Der Abschied

Bevor es zurück auf die Fähre ging, verbrachten wir die letzte Nacht am Hafen von Golfo Aranci. Hier kann man auf einem zweigeteilten Parkplatz direkt am Wasser stehen und den Fischern bei der Arbeit zusehen.

Fazit & Experten-Tipps für deinen Sardinien Roadtrip

Damit dein Abenteuer in Sardinien mit dem Camper genauso reibungslos verläuft wie unseres, hier die wichtigsten „Lessons Learned“:

Logistik & Technik

  • Tanken: Nutze die App „Prezzi Benzina“. Die Spritpreise schwanken enorm, und so sparst du bares Geld.
  • Navigation: Wir empfehlen das „Trackbook Sardinien“. Es kategorisiert Routen in Grün (leicht), Blau (für Vans geeignet, oft Schotter) sowie Rot/Schwarz (nur für 4×4).

Sicherheit & Parken

Wie sicher ist das Campen auf Sardinien?

Sardinien ist grundsätzlich ein sicheres Reiseziel, doch an touristischen Hotspots ist Vorsicht geboten. Ein wichtiger Indikator für Einbruchgefahr ist frischer Glasbruch auf dem Boden eines potenziellen Stellplatzes – in diesem Fall solltest du den Platz meiden. Lies die Kommentare auf Park4Night gut durch um Erfahrungen von anderen Campern zu bekommen. In Städten wie Cagliari empfehlen wir die Nutzung von bewachten Camper-Parks, um die Stadt entspannt und ohne Sorgen um das Fahrzeug besichtigen zu können.

Camping-Alltag

Wo kann man auf Sardinien als Camper den Müll entsorgen?

Die Müllentsorgung ist eine der größten Herausforderungen für Camper auf Sardinien, da es kaum öffentliche Mülltonnen gibt. Die Insel setzt auf ein striktes Trennsystem („differenziata“). Nutze unbedingt die Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder offiziellen Stellplätzen.

  • Insekten: Eine regelrechte Sardinien-Plage können lästige Moskitos sein. Ein Moskitonetz für den Camper ist Gold wert und weitere wertvolle Tipps die wir nutzen die dir den A*** in der Situation retten können gibt’s hier.
  • Wetter: Der Mistral-Wind kann eiskalt sein. Selbst im Sommer gehört ein dicker Hoodie ins Gepäck, und für die Höhlen (wie Ulassai) brauchst du warme Kleidung (10 Grad!).
  • Duschen: Auf einfachen Plätzen mit Solarduschen (wie in Castelsardo) solltest du am späten Nachmittag duschen. Morgens ist das Wasser „bitterkalt“.

Kulinarisches Fazit

Sardinien geht durch den Magen! Ob frischer Käse vom Bauern, die herzhaften Panadas (Teigtaschen), das einzigartige Ziegenmilcheis in Baunei oder der kräftige Mirto zum Abschluss – lass keine Gelegenheit aus, die lokale Küche zu testen.

Kulinarische Highlights auf Sardinien: Traditionelle Spezialitäten wie Seadas und Mostaccioli beim Roadtrip genießen.

Sardinien mit dem Camper ist ein intensives, wildes und wunderschönes Erlebnis. Wer die richtige Mischung aus Abenteuerlust und Vorbereitung mitbringt, wird diese Insel mit dem Wunsch verlassen, sofort wieder zurückzukehren.

Natürlich haben wir während unserem Sardinien Roadtrip auch wieder eine Polarsteps Karte mit unserer Route angelegt. So kannst du dir unsere Steps genau anschauen und bei Interesse die Strecke auch gerne nachfahren.

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Sardinien Roadtrip – Unser komplettes Roadbook mit Karte:

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