Update 2026: Wir haben diesen Artikel komplett überarbeitet! Er kombiniert unsere Reise-Highlights mit den aktuellsten Fakten für deinen Roadtrip
Seitdem wir die Grand Tour of Switzerland gefahren sind, hat das „Straßenfieber“ uns gepackt. Wo es eine Ferienstraße gibt, müssen noch weitere sein… Und genau so ist es! Bei einer intensiven Recherche im Netz haben wir eine neue Route gefunden:
Die Romantische Straße
Vom Main bis zu den Alpen heißt es… Na das klingt doch perfekt nach Slow Travel.
Du fragst dich, ob sich die 413 Kilometer lohnen? Wenn du Bock auf mittelalterliche Fachwerkhäuser, bayerische Gemütlichkeit und Panorama-Aussichten hast, die direkt aus einem Disney-Film stammen könnten, dann ist die Antwort: Definitiv Ja!
- Zeitreise: Nirgendwo sonst in Deutschland findest du diese Dichte an mittelalterlichen Städten, die so gut erhalten sind, dass du dich wie in einer Filmkulisse fühlst. Von Rothenburg bis Dinkelsbühl – das ist kein verstaubtes Museum, das ist lebendige Geschichte, die du bei jedem Schritt spürst.
- Slow Travel in Perfektion: Vergiss die hektische A7! Auf dieser Route ist der Weg das Ziel. Du fährst durch sanfte Weinberge, urige Dörfer und dichte Wälder, bis plötzlich die Alpen am Horizont auftauchen. Es ist die ultimative Strecke, um den Fuß vom Gas zu nehmen und den Kopf auf „Soulcation-Modus“ zu schalten.
- Abwechslung pur: Ob du auf Kultur stehst (Würzburger Residenz), Action suchst (Wandern im Nördlinger Ries) oder einfach nur ein Märchenschloss-Selfie vor Neuschwanstein willst – die Romantische Straße liefert ab. Es ist der perfekte Mix aus bayerischer Gemütlichkeit und spektakulären Panoramen.
Aber warum heißt die Romantische Straße eigentlich Romantische Straße? Wir hatten eine neue Mission und waren wieder auf der Suche nach den schönsten Straßen Europas. Diesmal wieder in Deutschland.
Also nichts wie rein in den Campervan und los!
Doch vorab ein paar Zahlen und Fakten zu einer der beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands:
Die Romantische Straße:
Länge der Strecke: 413 Kilometer – Start: Würzburg / Ziel: Füssen – Gründung: 1950 und somit die älteste Ferienstraße Deutschlands
Nun wissen wir schonmal, dass die Straße zur ältesten Ferienstraße Deutschlands zählt. Das eigentliche Ziel war, Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg für die Urlauber wieder attraktiv zu machen. Mit Romantik hat das noch nichts zu tun…oder doch?
Wir packten also unsere Betty und fuhren los. Bis nach Würzburg entschieden wir uns für die schnelle Variante, also die Autobahn. Auf der Autobahn wird uns dann immer wieder klar, wir mögen einfach keine Autobahn, vor allem keine deutschen Autobahnen: zu hektisch, zu viel Beton, einfach nur hässlich!
In der Nähe von Würzburg sind wir dann auf die Landstraße umgestiegen. Viel besser…
Wie viel Zeit sollte man für die Romantische Straße einplanen?
Wenn du die 413 Kilometer wirklich genießen willst, plane mindestens 4 bis 5 Tage ein. Klar, man kann die Strecke an einem Tag abreißen, aber dann verpasst du das Beste. Wir empfehlen den Slow Travel Modus: Such dir zwei oder drei Highlights wie Rothenburg oder Nördlingen aus und nimm dir Zeit für die versteckten Gassen und lokalen Leckereien. Denke daran: Der Weg ist das Ziel, nicht die Ankunft am Schloss Neuschwanstein!
Kann man die Romantische Straße gut mit dem Wohnmobil oder Campervan befahren?
Absolut! Die gesamte Route ist hervorragend ausgebaut und auch mit größeren Campern problemlos machbar. Es gibt entlang der Strecke zahlreiche gut ausgeschilderte Wohnmobilstellplätze, oft sogar direkt vor den historischen Stadtmauern. Kleiner Tipp von uns: In Städten wie Augsburg solltest du auf die Umweltzone achten. Wenn dein Van (wie unsere Betty) keine grüne Plakette hat, such dir Stellplätze etwas außerhalb und nutze das Fahrrad oder die Öffis, um in die Zentren zu kommen.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Roadtrip auf der Romantischen Straße?
Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Vibe. Im Sommer ist es perfekt für eine „Coolcation“ in den bayerischen Alpen am Ende der Route. Der Herbst (September/Oktober) ist unser persönlicher Favorit: Die Weinberge am Main leuchten bunt und die Touristenmassen bei Neuschwanstein werden etwas weniger. Wer es richtig romantisch mag, fährt im Winter zur Weihnachtsmarkt-Saison nach Rothenburg o.d.T. – das ist wie eine Zeitreise in ein Wintermärchen! Das haben wir auch schon mal gemacht.
Die Romantische Straße-App fürs Smartphone?
Was wir ganz toll an der Route fanden ist, dass die Romantische Straße sogar eine eigene App hat! Diese findest du für IOS oder Android in den verfügbaren Stores.
Wir sind ja immer gleich Fans, wenn es eine App zur passenden Route gibt.
Auf der Romantischen Straße-App sind alle Orte entlang der Route aufgelistet. Es gibt jeweils eine kleine Beschreibung zum Ort und was man dort alles entdecken kann. Klasse!
Einfache Wegweiser
Wenn du dich lieber ohne App oder Navigationsgerät orientieren möchtest, dann ist das auch kein Problem. Folge einfach der braunen Beschilderung. Denn die Route ist außerordentlich gut beschriftet.
Wir hätten uns auch ohne die Angaben der App und Navi problemlos zurechtgefunden.
Wo bleibt die Romantik?
Nach den ersten Kilometern auf der Romantischen Straße wurde uns ziemlich schnell klar, warum diese Straße ihren Namen trägt.
Man fährt von einem urigen Ort zum nächsten und zwischen den Etappen offenbaren sich einem wunderschöne Landschaften! Teilweise kreuzt man die Deutsche Wein- und Burgenstraße, welche wir uns bereits für ein anderes Mal vorgemerkt haben.
Beim Durchqueren dieser nostalgischen Orte dämmerte es uns so langsam: Wir hatten mal wieder nicht genug Zeit eingeplant… Denn eigentlich waren wir ja auf dem Weg zu einem Selbstausbau-Treffen nach Bayern.
Rothenburg ob der Tauber
Hier machten wir unseren ersten Halt. Der eigentliche Grund dafür war eine öffentliche Toilette, doch diese alte Stadtmauer sah doch auch sehr beeindruckend aus!
Wir beschlossen die Parkuhr mit einem Euro zu füttern und uns ein bisschen umzuschauen.
Die Stadt Rothenburg o.d.T. verzaubert durch sein mittelalterliches Flair, welches sich innerhalb der Stadtmauern entfaltet. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Umgeben von Fachwerkhäusern, Türmchen und Brunnen beschlossen wir die Stadtmauer zu erklimmen!
Aber keine Angst…wir haben die offizielle Treppe genommen. Denn die Stadtmauer lässt sich fast komplett umrunden.

Die Aussicht ist einfach nur genial! Im Winter soll es hier besonders schön sein. Dann kann man den Reiterlesmarkt, Rothenburgs traditionellen Weihnachtsmarkt besuchen. Kleine Besonderheit: in einem Gebäude ist das ganze Jahr über Weihnachten. Nämlich im Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt. Ein Muss für jeden Weihnachtsfreak!
Ist das romantisch? Wir sagen Ja!
Dinkelsbühl
Wir fuhren weiter auf der Romantischen Straße und machten unseren nächsten Stop in Dinkelsbühl.
Das 400 Jahre alte Stadtbild der ehemaligen Reichsstadt ist einfach nur WOW! Man kommt sich vor als wäre man in der Zeit zurück gereist und alles so schön erhalten.

Hier entdeckten wir in den Schaufenstern der Bäckereien etwas Sonderliches: eine Art Gebäck in runder Form, faustgroß, erhältlich in bunten Farben oder einfach nur mit Zucker oder Nüssen ummantelt… Das wollen wir haben!
Rothenburger Schneeballen
Dieses Gebäck hatten wir in Rothenburg wohl übersehen… Na ja, in Dinkelsbühl gab es die Mürbeteig-Kugeln an jeder Straßenecke. Also haben wir uns welche geholt. Fazit: Lecker!
Das Besondere an Dinkelsbühl: der originale Mauerring mit seinen 16 Türmen, Basteien und 4 Stadttoren.
Bei einem kleinen Spaziergang durch den Stadtpark erweckte ein kleiner Turm unsere Aufmerksamkeit. Denn aus dem Fenster hing ein langer blonder Zopf. Rapunzel?!
Hier wohnt die Märchenerzählerin. Leider war niemand zuhause, somit fiel die Märchenstunde aus.
Etwas später am Nachmittag setzten wir unsere Reise fort. Es ging weiter bis nach Nördlingen.
Nördlingen
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, was die Tour noch viel „romantischer“ machte.
In Nördlingen steht Deutschlands einzige, vollständig-erhaltene Stadtmauer. Sie ist sogar komplett rundum begehbar!
Wusstest du…
…dass es vor ca. 15 Millionen Jahren einen Meteoriten-Einschlag in der Umgebung von Nördlingen gab
Natürlich haben wir einen Teil unserer Stadtbesichtigung über die Stadtmauer zurückgelegt. Dabei haben wir auch gleich das Stadtmauer-Museum besucht. Für kleines Geld bekommt man hier Einblicke in längst vergangene Zeiten.
Besonders „romantisch“ wird es in den Abendstunden. Die Stadt Nördlingen pflegt noch eine alte Tradition. Genauer gesagt die des „Türmers“. Zu jeder halben Stunde (zwischen 22 und 24 Uhr) ruft der sogenannte Türmer den Wächterruf „So G’sell so“ vom Glockenturm der St. Georgs Kirche hinaus über die Dächer der Stadt.
Warum macht er das?
Früher galt dies als Beruhigung der Bewohner. Solange der Türmer seinen Ruf tätigt, bewacht er die Stadt und die Bewohner sind sicher vor jeglichen Angriffen.
Also, haben wir wieder was gelernt!

Wer sich für den Meteoriten-Einschlag interessiert, sollte den Geopark Ries besuchen. Der Einschlagkrater Nördlinger Ries ist der am besten erhaltene Krater Europas.
Vor etwa 15 Millionen Jahren raste hier ein Asteroid mit satten 70.000 km/h auf die Erde zu. Der Einschlag war so gewaltig wie 250.000 Hiroshima-Bomben. Innerhalb von Sekunden wurde alles Leben im Umkreis von 100 Kilometern ausgelöscht und ein 4,5 Kilometer tiefes Loch in den Boden gestanzt.
Aber jetzt kommt der absolute Game Changer: Durch den extremen Druck und die Hitze beim Aufprall verwandelte sich der Kohlenstoff im Boden in Diamanten! Ja, du hast richtig gelesen. Die gesamte Stadt Nördlingen ist buchstäblich auf Diamanten gebaut. Schätzungen sagen, dass in den Mauern der Häuser und der Kirche rund 72.000 Tonnen winziger Diamanten stecken.
Sie sind zwar kleiner als 0,2 Millimeter und man kann sie mit bloßem Auge nicht sehen, aber wenn die Sonne im richtigen Winkel auf die alten Mauern trifft, glitzert die ganze Stadt. Sogar die NASA schickte ihre Apollo-Astronauten hierher, um für ihre Mondmissionen zu trainieren, weil das Gestein hier (der sogenannte Suevit) fast identisch mit dem auf dem Mond ist.
Für uns wurde es so langsam Zeit weiterzuziehen. Also fuhren wir weiter auf der Romantischen Straße, eine Straße die uns bisher sehr beeindruckt.
Um Augsburg machten wir einen Bogen. Denn wir hatten keine Umweltplakette und die Stadt liegt nunmal in einer Umweltzone…Schade.
Wir fuhren also ein Stückchen außerhalb der Romantischen Straße und beschlossen unser Nachtlager am Friedberger See aufzuschlagen. Den Platz haben wir über diePark4night-App gefunden und wir wurden wieder einmal nicht enttäuscht.
Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg. Tagesziel war das Meet More Camper Van-Treffen in Polling, doch vorher wollten wir noch das weltbekannte Schloss Neuschwanstein sehen!
Es ging also weiter, entlang grüner Weiden bei bestem Wetter. Unterwegs wurden noch ein paar Besorgungen gemacht und dann sah man sie auch schon…die Alpen!
Schloss Neuschwanstein…die spinnen doch!
In Schwangau, dem Dorf der Königsschlösser, wurde es dann plötzlich voll auf den Straßen. Man konnte ganz deutlich erkennen, dass es hier etwas zu sehen gibt.
Nichtsdestotrotz folgten wir weiter der Beschilderung. Irgendwann hatten wir dann doch, vor lauter Menschen, die Orientierung und die Beschilderung aus den Augen verloren…
Endstation war ein Parkplatz, Reisebusse, alles voll mit Asiaten und ihren Fotoapparaten, ein Kassenhäuschen: 8 EUR! Dabei wollten wir doch gar nicht parken, sondern nur weg von hier! Der Parkwart hatte Erbarmen und ließ uns einfach wieder rausfahren.

Schlussendlich machten wir unser Neuschwanstein-Selfie einfach unten an der Straße. Immerhin war unsere Betty so auch mit auf dem Bild. Mit Romantik hatte dies eher weniger zu tun.
Solltest du trotzdem das berühmte „Märchenschloss“ von innen besichtigen wollen, dann raten wir dir es sehr früh am Tag zu tun. Obwohl wir schon fast Ende September hatten, war die Dichte an Touristen noch erstaunlich hoch.
Für uns endete die Romantische Straße am Schloss Neuschwanstein. Für Füssen blieb leider keine Zeit mehr…, wir kommen bestimmt zurück.
Unser Fazit:
Die Romantische Straße hat uns total überrascht! Wir hatten uns nichts Besonderes erwartet, weder hatten wir uns vorab großartig informiert. Die Landschaften, genauso wie die Städte sind einzigartig und wunderschön. Wenn du jetzt Lust auf diesen Roadtrip hast, weitere Infos auf der offiziellen Webseite: https://romantischestrasse.de/
Wir kommen zum Entschluss, dass wir definitiv zu wenig Zeit eingeplant hatten und wir uns die restlichen Städte unbedingt noch ansehen möchten. Ein großer Pluspunkt war bestimmt auch das gute Wetter. Denn bei strahlendem Sonnenschein ist die Strecke mindestens doppelt so schön und passt perfekt für eine Soulcation!


Hallo Tascha, hallo Patrick
Vielen Dank für Eure wunderbaren Vanlife-Berichte. Insbesondere die Grand Tour-Berichte waren für mich als Bewohner der Schweiz natürlich ganz besonders interessant.
Zur romantischen Strasse: Ebenso toller Bericht. Füssen ist definitiv ein würdiger Abschluss, den ihr bei Gelegenheit noch besuchen solltet.
…und den „wahren“ Grand Canyon der Schweiz (Rheinschlucht) empfehle ich euch auch unbedingt 😉
Grüsse aus Chur und allzeit gute Fahrt!
Jens
Hallo Jens,
es freut uns, dass die Schweiz Berichte dir gut gefallen haben. Uns hat das Land auch sehr gut gefallen, es wird uns bestimmt noch mal dort hin ziehen. In den vier Wochen haben wir so viel entdeckt und trotzdem haben wir noch so viel auslassen müssen…
Genau so war es mit der romantischen Strasse, es war gar nicht geplant, dass wir die Strasse fahren und wir waren viel zu schnell unterwegs um uns alles anzusehen…
Deine Tipps sind notiert 😉
Grüsse aus Luxemburg