Der Plan lautete eigentlich: Keinen Plan zu haben. Doch wer Tascha kennt, weiß, dass sie heimlich doch eine Route ausgetüftelt hat! Unsere Reise mit „Betty“ führte uns durch das einsame, mystische Herz Frankreichs. Hier, wo der Nebel im November die Welt verschluckt, haben wir die ersten Schätze unserer Tour der „Schönsten Dörfer“ gefunden.
Alles über diese Route findest du hier: Roadtrip Frankreich: 26 schönste Dörfer mit dem Wohnmobil
Während die Massen an die Côte d’Azur strömen, haben wir uns für die Ruhe entschieden. In diesem Teil unseres Roadtrips nehmen wir dich mit von der Champagne bis ins Limousin – inklusive der besten (kostenlosen!) Stellplätze für 2026.
1. Yèvre-le-Châtel: Mystik pur an der Kirchenruine
Der Auftakt unserer Tour hätte nicht stimmungsvoller sein können. Yèvre-le-Châtel empfing uns mit einem Nebel, der den Ort fast „spooky“ wirken ließ.

- Das Erlebnis: Wir parkten Betty direkt an der imposanten Kirchenruine. Der Panoramablick soll grandios sein – wir mussten ihn uns wegen der weißen Wand aus Nebel leider dazudenken. Aber diese ganze Stimmung im Nebel hat alles irgendwie mystisch wirken lassen
- Vanlife-Check 2026: Der Parkplatz direkt an der Ruine ist nach wie vor kostenlos.
- Wichtiger Hinweis: In Yèvre-le-Châtel herrscht oft Funkstille (kaum Netz!). Perfekt für ein Digital Detox.
2. Saint-Martin-d’Abbat: Das Dorf der kreativen Köpfe
Eigentlich kein offizielles „Plus Beaux Villages“, aber für uns ein absoluter Geheimtipp und wir nehmen es in unsere Liste mit auf weil wir es so geliebt haben. Das „Village des boîtes aux lettres“ begrüßt Besucher mit hunderten, individuell gestalteten Briefkästen. Wir haben es auf unsre Liste der schönsten Dörfer mit aufgenommen und ist unbedingt einen Besuch wert. Null Geschichte dafür etwas zum schmunzeln.

- Warum hin? Es zeigt den französischen Humor. Von skurril bis kunstvoll dekoriert – ein Spaziergang durch den Ort ist wie ein Besuch in einer Open-Air-Galerie.
- Parkplatz: Wir standen entspannt am Gemeindehaus (Mairie).
3. Lavardin: Mittelalter-Kulisse unter der Burgruine
In Lavardin thront eine spektakuläre Burgruine über dem Ort. Die Architektur hier ist so authentisch, dass man jeden Moment einen Ritter um die Ecke reiten erwartet.

- Fakt 2026: Die Burgruine ist saisonal meist nur bis Ende September geöffnet. Wer im Spätherbst kommt, genießt die Stille der Gassen ganz für sich.
- Tipp: Die Brücke über den Loir bietet das perfekte Fotomotiv für deinen Instagram-Feed!
4. Montrésor: „Mein Schatz“ am Flussufer
Der Name ist Programm: Montrésor (übersetzt „Mein Schatz“) ist ein wahres Juwel. Das gesamte Dorf wirkt wie aus einem Guss.

- Das Highlight: Der Spaziereweg „Les Balcons de l’Indrois“. Er führt einmal um das Dorf herum und bietet einen traumhaften Blick auf das Schloss und die Spiegelungen im Fluss. Du findest Fotomotive an jeder Ecke.
- Kosten: Die Schlossbesichtigung kostet ein kleines Eintrittsgeld. Der Spazierweg ist kostenlos.
5. Angles-sur-l’Anglin: Das Dorf der Künstler & Fresken
Dieses Dorf hat uns völlig überrascht. Überall stießen wir auf rote Schuhe – ein Leitsystem des lokalen Künstlermarktes „Rouge & Or“. (Rot & Gold)

- Was du sehen musst: Die Festungsruine und den Roc des Sorciers. Dort gibt es 15.000 Jahre alte, in Stein gemeißelte Fresken. Kopien davon können Besichtigt werden.
- Saison-Info: Der Roc des Sorciers ist von Oktober bis März in der Winterpause.
- Stellplatz: Ein offiziell ausgeschilderter Parkplatz für Wohnmobile befindet sich in Gehweite zum Zentrum.
6. Mortemart: Stille & Originalität
In Mortemart scheint die Zeit im XIII. Jahrhundert stehen geblieben zu sein. Besonders beeindruckend ist die alte Markthalle, die noch komplett originalgetreu erhalten ist.

- Reisezeit-Vorteil: Im Sommer ist es hier voll, im November hatten wir den Ort und das Château des Ducs fast für uns alleine.
- Stellplatz-Status: Hier findet man oft noch die einsamsten Gratis-Plätze der Region.
7. Ségur-le-Château: Fachwerk-Träume im Abendlicht
Unser letzter Stopp in diesem Abschnitt war Ségur-le-Château. Die Architektur unterscheidet sich hier deutlich: Überall wunderschönes Fachwerk.

- Die Stimmung: Wir kamen zur Dämmerung an. Die Kombination aus Nebel, fehlenden Touristen und der Burgruine im Hintergrund war fast unheimlich schön.
- Vanlife-Info: Es gibt keinen offiziellen Stellplatz direkt im engen Kern, aber wir haben am Ortseingang einen Platz gefunden. In Frankreich gilt: Wer freundlich fragt oder dezent parkt, wird meist geduldet.
Unsere Vanlife-Learnings aus dem Herzen Frankreichs
Nach den ersten Etappen durch Zentralfrankreich haben wir ein paar goldene Regeln für diesen Roadtrip gelernt. Wer abseits der Hauptsaison reist, erlebt Frankreich zwar einsamer, aber auch ein wenig anders:
- Der „Bäcker-Kodex“: In fast jedem noch so kleinen Dorf gibt es eine Boulangerie (Bäckerei). Da wir auf dieser Etappe fast ausschließlich kostenlose offizielle Stellplätze genutzt haben (Kostenfaktor bisher: 0 EUR!), ist es für uns Ehrensache, morgens das Baguette und die Croissants im Dorf zu kaufen. So unterstützen wir die lokalen Strukturen, die uns das Gratis-Stehen ermöglichen.
- Offiziell vs. Freistehen: Frankreich ist ein Camper-Paradies. Warum irgendwo „wild“ im Matsch stehen, wenn fast jedes Dorf einen offiziellen Platz mit Entsorgung und einem Bäcker um die Ecke bietet? Oft sind diese Plätze sogar kostenlos. In der Nebensaison sind diese Plätze oft menschenleer – man hat also die maximale Freiheit mit offiziellem Segen.
- Daten-Check vor der Nacht: Wir haben gelernt: In den tiefen Tälern der mittelalterlichen Dörfer (wie in Yèvre-le-Châtel) herrscht oft Funkstille. Wenn du abends arbeiten oder streamen willst, check das Netz, bevor du den Motor ausstellst. Oft reicht es, 500 Meter höher auf dem nächsten Hügel zu parken.
- Sanitär-Taktik: Wer autark im Van ohne Dusche reist, nutzt im Winter die mautfreien Autobahnraststätten (Aires). Für kleines Geld bekommt man dort oft einen Schlüssel für saubere, warme Duschen. Pro-Tipp: An den Kassen größerer Supermärkte (z.B. Intermarché) gibt es oft Waschsalons direkt auf dem Parkplatz – ideal, um Zeit zu sparen so kann der Einkauf und der Wäschegang in einem erledigt werden.!
- Das offizielle Buch: Uns macht es auch immer Spass, wenn man die Infos in Buchform bei sich trägt. Wir hatten uns deshalb das Buch „les plus beaux villages de france“ die schönsten Dörfer Frankreichs als Taschenbuch mit an Bord.
- Die offizielle Webseite: Les plus beaux Villages de France
- Unser kompletter Roadtrip: Roadtrip Frankreich: 26 schönste Dörfer mit dem Wohnmobil (Route & Stellplätze)
Diese Dörfer waren erst der Anfang! Im nächsten Teil verlassen wir die Einsamkeit und tauchen ein in das Tal der Burgen. Bist du bereit für die Dordogne? Roadtrip Dordogne: Burgen & Schlösser – die schönsten Dörfer Frankreichs

