Die Route Napoléon (N85) zählt zu den legendärsten Panoramastraßen Frankreichs. Auf 335 Kilometern verbindet sie die schneebedeckten Gipfel der Alpen bei Grenoble mit den azurblauen Buchten von Golfe-Juan an der Côte d’Azur. Historisch folgt die Strecke dem riskanten Weg, den Napoléon Bonaparte im März 1815 nach seiner Rückkehr aus dem Exil auf Elba wählte, um strategisch klug den Widerstand königstreuer Truppen im Rhonetal zu umgehen.
Inhaltsverzeichnis
Unser Abenteuer: Die Route Napoléon von Nord nach Süd
Während Napoléon Richtung Paris marschierte, haben wir den Roadtrip umgedreht. Unser Abenteuer startete in Grenoble, dem „Tor zu den Alpen“. Zwischen majestätischen Gipfeln und historischem Charme fanden wir den perfekten Startpunkt für unseren Trip in Richtung Sonne.

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Etappe 1: Von Grenoble über Gap nach Sisteron
Die Fahrt von Grenoble nach Gap ist ein Traum für Kurvenliebhaber. Die N85 schraubt sich durch eine atemberaubende Berglandschaft, die uns hinter jeder Kehre mit neuen Panoramen belohnte.
- Highlight: Das imposante Erreichen von Sisteron. Die Stadt wird von einer gewaltigen Zitadelle bewacht und liegt an einer engen Schlucht der Durance. Hier spürt man förmlich, warum Napoléon diesen Weg wählte: Die raue Natur bot ihm den perfekten Schutz vor Entdeckung.


Etappe 2: Lavendelduft und imposante Felsen (Digne & Castellane)
Hinter Sisteron verändert sich die Landschaft. In Digne-les-Bains, einer berühmten Kurstadt, gönnten wir uns eine kurze Auszeit bei den Thermalquellen, bevor die Route uns nach Castellane führte. Die Stadt liegt spektakulär am Ufer des Verdon und wird von der berühmten „Roc“-Kapelle überragt, die auf einem 184 Meter hohen Kalksteinfelsen thront.
Etappe 3: Parfum-Hauptstadt und das Meer in Sicht
Der letzte Abschnitt unserer Reise führte uns durch die malerischen Gassen von Grasse, der Welthauptstadt des Parfums. Der Duft von Jasmin und Rosen lag fast greifbar in der Luft, während wir uns langsam den Serpentinen Richtung Küste näherten.
Schließlich erreichten wir Golfe-Juan. Der erste Anblick des glitzernden Mittelmeers nach den rauen Tagen in den Alpen war schlichtweg triumphal. An genau diesem Strand landete Napoléon damals voller Entschlossenheit – für uns markierte es das perfekte Ende eines unvergesslichen Roadtrips durch Frankreich.
Unser ganzes Roadbook / Tagebuch findest du hier:
Die Geschichte hinter der Route Napoleon
…um die Fantasie auf der Route ein wenig anzukurbeln
Napoléon wurde im Jahr 1814 nach seiner Abdankung als Kaiser der Franzosen auf die Insel Elba verbannt. Dies geschah im Zuge des ersten Pariser Friedens nach den Napoleonischen Kriegen. Die Alliierten entschieden sich dafür, ihn auf diese abgelegene Insel im Mittelmeer zu verbannen, um seine Macht einzuschränken und weitere Unruhen in Europa zu verhindern.
Im Februar 1815 brach Napoléon Bonaparte mit etwa 1000 Getreuen von seinem Exil auf der Insel Elba auf. Nur drei Tage später, am 1. März, landete er in Golfe Juan, nahe Antibes an der Côte d’Azur. Weniger als ein Jahr nach seiner erzwungenen Abdankung strebte er bereits zurück an die Macht und nach Paris.
Anstatt den offensichtlicheren Weg durch das Rhônetal zu wählen, entschied sich Napoleon für die herausfordernde Route durch die Berge, wo er auf weniger bis gar keinen Widerstand seitens königstreuer Städte stieß.

In einem siebentägigen Gewaltmarsch legte der Kaiser mit seinem Gefolge die 335 Kilometer von der Mittelmeerküste bis nach Grenoble zurück. Dort wurde er von den Jubelrufen des Volkes unterstützt, bevor er weiter nach Paris zog und dort am 20. März 1815 einzog. Damit begann die sogenannte Hunderttageherrschaft, die mit der Schlacht von Waterloo am 22. Juni 1815 und seiner erneuten Abdankung endete. Napoléon wurde erneut verbannt, diesmal auf die Insel St. Helena, wo er rund sechs Jahre später verstarb.
Dieser berühmte Marsch Napoleons, vom Mittelmeer bis in die Alpen, ist auch als „Vol d’Aigle“ auf deutsch „der Adlerflug“ bekannt, benannt nach dem napoleonischen Wappenadler. Er bezieht sich auf des Kaisers Ausspruch:
„Der Nationaladler wird von Kirchturm zu Kirchturm fliegen bis zu den Türmen von Notre-Dame.“
Zum Gedenken an diese kühne Tat wurde 1932 die Route Napoléon, wie wir sie heute kennen, eröffnet. Die +-335 Kilometer lange Route verläuft entlang der Route Nationale 85 (N85) und ist mit dem kaiserlichen Adler markiert.
Ein paar Wichtige Infos:
Entlang der Route Napoléon gilt es zahlreiche Höhenunterschiede auf teilweise engen serpentinenartigen Straßen zu überwinden. Vor Reiseantritt sollten daher Bremsen gründlich überprüft werden denn Gefälle bis zu 12% sind nicht ohne wenn sie sich über einige Kilometer ziehen.
Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen und 2,60 Meter Höhe müssen bei der Talabfahrt von Laffrey nach Vizille (Rampe de Laffrey) eine Ausweichstrecke nehmen. Für große Wohnmobile empfiehlt es sich, ab Sisteron der D 1075 bis Grenoble zu folgen.
Trotz seiner sechs Pässe und maximal 1248 Höhenmetern kann die Route theoretisch ganzjährig befahren werden
Respektiere die Natur genauso wie die Welt drum herum!
Wir wissen es alle, aber ich erwähne es zur Sicherheit doch noch mal. Beim Befahren der Route Napoleon durchquert man ein paar Nationalparks. Respektiere die Natur und informiere dich über die jeweiligen Regeln und Vorschriften der Parks und erspare dir so empfindliche Bußgelder.
Denke dran, das Übernachten mit Wohnmobilen ist in vielen Parks strengstens untersagt. Zelten ist nur an ausgewiesenen Stellen und mit entsprechender Genehmigung gestattet. Die Nutzung von Drohnen ist in den meisten Parks nicht erlaubt. Selbst das Mitführen von Hunden kann in einigen Gebieten eingeschränkt sein, auch wenn sie angeleint sind.
Ausserhalb der Parks gilt das Gleiche. Geh du mit gutem Beispiel voran. Kurz und knapp, benimm dich, es wollen nach dir noch weitere diese Route fahren!
Die meist gestellten Fragen und Antworten
Wo beginnt und wo endet die Route Napoléon?
Die historische Route Napoléon beginnt in Golfe-Juan an der Côte d’Azur und endet nach 335 Kilometern in Grenoble. Wir haben die Strecke von Nord nach Süd bereist, um das Meer als krönenden Abschluss zu erleben. Schau dir hier unsere interaktive Routenkarte an, um deinen Trip perfekt zu planen.
Wie ist der genaue Verlauf der Route Napoléon?
Der Weg führt über die N85 durch spektakuläre Orte wie Grasse, Castellane, Digne-les-Bains und Sisteron. Jede Kurve erzählt ein Stück Geschichte des Marsches von 1815.
Lies in unserem detaillierten Etappen-Guide, welche Stopps du auf keinen Fall verpassen darfst.
Ist die Route Napoléon mit dem Wohnmobil befahrbar?
a, die N85 ist für Camper gut ausgebaut, erfordert aber bei Steigungen von bis zu 12 % etwas Konzentration. Wir haben die Strecke mit unserem Oldtimer „Jules“ problemlos gemeistert.
Hier findest du unsere Liste der schönsten (und sichersten) Stellplätze entlang der Route.
Wie viele Etappen sollte man für die Route Napoléon einplanen?
Wir empfehlen 3 bis 5 Tage, um die Landschaft und die historischen Dörfer wirklich genießen zu können. Wer hetzt, verpasst die Magie der französischen Alpen.
Plane deine Reise anhand unseres Ropadtrip Route Napoleon
Ist die Route Napoleon mautpflichtig?
Nein, die gesamte Strecke ist mautfrei und damit eine geniale Alternative zur teuren Autobahn. Das gesparte Geld investieren wir lieber in regionale Spezialitäten und ätherische Öle für die Reiseapotheke.
Wann ist die beste Reisezeit für die Route Napoleon?
Die ideale Zeit ist von Mai bis Oktober. Im Frühsommer blüht der Lavendel, und die Pässe sind garantiert schneefrei.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke?
Die Zitadelle von Sisteron und die Parfumstadt Grasse sind absolute Highlights. Aber auch die kleinen, unbekannten Stopps am Wegesrand machen den Reiz aus. Alles was wir erlebt haben in unserem Tagebuch.

